persönlicher Blog
68, ein One-Way-Ticket, eine Mission
68, ein One-Way-Ticket, eine Mission

68, ein One-Way-Ticket, eine Mission

“Warum ich für die Liebe nach Brasilien gehe”

Am 27. Mai beginnt für Joachim Kerner ein komplett neues Kapitel. Ein One-Way-Ticket nach Brasilien, das Visum ist beantragt, die Koffer sind gepackt. Was nach einem spontanen Aufbruch klingt, ist in Wahrheit das Ergebnis eines langen, intensiven Prozesses.

Denn hinter dieser Reise steckt eine Geschichte von Verlust, Erinnerung – und einem neuen Sinn im Leben.

Wenn ein Abschied alles verändert

Im Dezember 2024 verliert Joachim Kerner seine Frau Tina. Gemeinsam hatten sie die Welt bereist, Pläne geschmiedet, Zukunft gedacht. Nach ihrem Tod bleibt zunächst vor allem eines: Leere.

Doch statt stehen zu bleiben, beginnt Kerner, sich auf eine besondere Weise mit der gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Er reist zu Orten, die sie zusammen besuchen wollten – und findet dabei eine neue Richtung.

Sein Antrieb wird klar:
Die Erinnerung an seine Frau soll nicht nur bleiben, sondern weiterwirken.

„Ich möchte ihren Namen in die Welt tragen und mit ihrem Nachlass Gutes bewirken.“

Kerner

Aus Trauer wird eine Mission

Ende 2025 gründet er gemeinsam mit Familie und Freunden die Tina-Kerner-Fondation e.V.. Das Ziel: Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen ermöglichen – besonders dort, wo Unterstützung dringend gebraucht wird.

Schnell richtet sich sein Blick auf Brasilien, ein Land, das ihn schon lange fasziniert.

Auf der Suche nach einem passenden Projekt stößt er schließlich auf EDISCA in Fortaleza. Seit über drei Jahrzehnten unterstützt die Organisation Kinder aus schwierigen Verhältnissen – nicht nur künstlerisch, sondern auch schulisch.

Kerner reist dorthin, schaut sich alles an, spricht mit den Menschen vor Ort. Und trifft eine Entscheidung:

Das ist der Ort, an dem er etwas bewegen will.

Ein Jahr Vorbereitung für ein neues Leben

Der Schritt nach Brasilien ist kein impulsiver. Ein ganzes Jahr lang bereitet sich Kerner vor:

  • Er lernt Portugiesisch
  • beantragt sein Visum
  • baut Kontakte vor Ort auf
  • plant seine Reise im Detail

Parallel verändert er auch sein Leben in Deutschland radikal.

Er verkleinert seinen Wohnraum von knapp 200 auf 25 Quadratmeter. Trennt sich von vielen persönlichen Dingen. Reduziert bewusst.

„Ich habe gemerkt, wie wenig ich eigentlich brauche.“

Kerner

Offen bleiben für das, was kommt

Trotz aller Planung lässt sich Kerner bewusst Raum für Spontanität.

Die ersten Tage verbringt er in Fortaleza – danach geht es weiter. Panama, Kolumbien, Besuche bei Familie und Freunden. Kein starrer Plan, sondern ein Weg, der sich entwickeln darf.

Sein Ziel bleibt dabei klar: helfen, vernetzen, aufbauen.

Die Stiftung soll wachsen. Projekte sollen entstehen. Und Menschen, die unterstützen, sollen aktiv eingebunden werden.

„Jeder, der spendet, kann mitentscheiden, wofür das Geld eingesetzt wird. EDISCA ist erst der Anfang.“

Kerner

Kein Abschied, sondern ein Aufbruch

Angst verspürt Kerner keine. Für ihn fühlt sich dieser Schritt nicht wie ein Verlust an – sondern wie eine konsequente Fortsetzung.

Ein Leben, das aus Liebe entstanden ist, bekommt eine neue Richtung.

Und vielleicht ist genau das die stärkste Botschaft dieser Geschichte:

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang.
Und manchmal führt der Weg nach vorne einmal um die halbe Welt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *